Ich bin seit vielen Jahren begeisterte Westernreiterin und habe es mir zu meiner beruflichen Aufgabe gemacht, anderen reit- und pferdenarrischen Menschen meine Begeisterung für die Pferde und das Reiten mit meinen eigenen Gedanken und Erfahrungen nahezubringen.

Meine Art, das Reiten zu vermitteln ist vermutlich ein wenig speziell im Vergleich zu den klassischen Methoden, aber das hat seine Gründe.

Ein Grund ist sicherlich, dass ich nach vielen eigenen, einschlägigen Erfahrungen im Reitunterricht - die oft tränenreich und mit viel Frust endeten - für mich entschieden habe, meinen "Reitunterricht" anders, individueller und intensiver zu gestalten, damit der Reiter mit dem Gefühl, etwas gelernt und verstanden zu haben nach Hause gehen kann. Was bedeutet das im Einzelnen: Ich gebe nur Einzelstunden (es gibt wenige Ausnahmen!) und ich nehme mir sehr viel Zeit für die jeweilige Pferd-Reiter-Kombination. Besonders in der ersten Stunde schaue ich mir den Reiter, wie auch das Pferd separat voneinander an, um einschätzen zu können, wo die beiden einzeln, aber auch gemeinsam stehen.

Mir ist sehr wichtig, dass Pferd und Reiter mit meiner Hilfe lernen, zueinander zu finden und es schaffen, miteinander an dieversen Übungen und Lektionen  zu arbeiten. Das nicht nur in meinem Beisein, sondern natürlich auch zuhause, wenn sie  für sich alleine reiten und arbeiten. Das Wort, das genau diesen Gedanken fasst, ist TEAMWORK. Ich möchte erreichen, dass der Reiter lernt, seinem Pferd zu vertrauen, seine Bewegung zu spüren und in einen gemeinsamen Rhythmus zu verwandeln. Dieses Ziel erreiche ich besonders über die Arbeit an der Longe. Der Reiter hat die Möglichkeit - ohne selbstständig auf das Pferd einwirken zu müssen - die Bewegung des Pferdes kennzulernen und aufzunehmen. Der Reiter lernt sein Pferd zu "lesen". Wenn dieser Schritt geschafft ist, kann mit dem tatsächlichen Reiten - Reiten von Übungen und nach Lektionen - begonnen werden.

Diese, meine Philosophie des Reitens und des Arbeitens mit ReiterIn und Pferd ist in mir über viele Jahre hinweg gewachsen und entwickelt sich in seinen Ausprägungen stets weiter. Reiten und das Arbeiten mit dem Pferd ist für mich lebenslanges Lernen.

Ich verbinde in meiner Philosophie klassisches/ traditionelles Reiten und die Westernreitweise mit den Gedanken und Ideen des Heilpädagogischen Reitens (HPR).

Beim HPR wird das Pferd als eine Art Medium oder "Spiegel" genutzt, um Kindern und Jugendlichen mit Verhaltens- und Lernproblemen ihr Verhalten aufzuzeigen bzw. Reaktionen auf ihr Verhalten zu spiegeln. Das Pferd nimmt dabei eine ganz wesentliche, aber unvoreingenommene und neutrale Rolle ein.

Beispiel: Ein Kind berührt absichtlich oder auch unabsichtlich das Pferd beim Putzen unsanft/ grob.
Reaktion des Pferdes: Es weicht zurück oder legt gar die Ohren an.
Reaktion des Kindes: Es registriert das Zurückweichen oder das Ohrenanlegen, kann aber im Moment nicht nachvollziehen, warum das Pferd so reagiert.
Therapeut: Gemeinsam mit dem Kind wird erarbeitet, warum das Pferd möglicherweise so reagiert hat.

 

Dieses Spiegeln von Verhalten und der damit verbundenen Reflektion können auf die Reitstunden übertragen werden.

Beispiel: Das Pferd weicht immer in Richtung Bahnmitte, obwohl der Reiter das Gefühl hat, dass er korrekte Hilfen ans Pferd gibt.
Reaktion des Reiters: Unmut, Ärger, Frustration, Verständnislosigkeit, etc.
Reitlehrer: Gemeinsam mit dem Reiter (Anregungen) überlegen wir, warum das Pferd weicht mit dem Ziel, eine Lösung des Problems zu finden. Wir gehen alles durch, Züglhilfe, Schenkelhilfe, Sitz, etc. bis wir das Problem gefunden haben (Lerneffekt).
Lösung: Der Sitz des Reiters ist einseitig, so dass er das Pferd ganz unbewusst nach innen verschiebt.

 

Mit dieser Lösung kann von Neuem an dem Problem gearbeitet werden, bis Pferd und Reiter zufrieden ihre Bahnfiguren reiten können.

Das Ziel dieser Reflektionsarbeit ist, dass der Reiter über sich selbst und seinen Körper nachdenken lernt und versucht, mit dem Pferd bzw. der Bewegung des Pferdes "EINS" zu werden. Beide Partner beginnen sich auf diese Weise "LESEN" zu lernen und in einem  weiteren Schritt miteinander zu arbeiten.

 

Wenn ihr noch mehr Interesse an meiner Philosophie des Reitens habt, dann könnt ihr gerne mit mir Kontakt aufnehmen und/ oder eine Schnupperstunde vereinbaren.

 

Ich bin als mobile Trainerin/ Reitlehrerin unterwegs. Vereinzelt und zu Vorführzwecken gebe ich Reitstunden auf unseren eigenen Pferden in Root.

 

LG

Nina


"Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde"